Dank Barnies Frauchen kam nach dem Shooting mit Barnie wenige Stunden später schon die nächste Anfrage. Eine Freundin mit ihrem Hund Todd der sogar in einer Pfütze tauchen würde. Ich hatte solche oder auch ähnlich Aussagen nun schon zu einigen anderen Hunden gehört und wusste ja aus der Erfahrung, dass einigen der Tiere wohl eine Pfütze tatsächlich lieber war, statt ihre Rübe in meinen Pool zu stecken. Aber gut, die Sonne sollte noch einige Tage bleiben, also habe ich einen Termin für ein Shooting ausgemacht und dachte mir "da lass ich mich mal überraschen" ...

Zwei Tage später kam Todd mit Frauchen und Barnies Frauchen war auch dabei, da sie sichtlich gefallen an dem Shooting gefunden hatte und sich das nicht entgehen lassen wollte. Nach der Begrüßung der beiden Damen habe ich mich erst mal um Todd bemüht. Ein etwa 35 kg schweres, dauerschwanzwedelndes und etwas aufgeregtes Tier mit einem verboten hohem Süßfaktor. Ne echt, was für ein Knuffel. Nach kurzer Einstimmung sind wir alle an den Pool und ich wollte wie gewohnt meine Nummer durchziehen. Zunächst einige Infos und Bitten an Frauchen, wobei diese schon relativ gut vorinformiert war. Dann wollte ich mich auf Todd einstimmen und ihn an mich und die für ihn neue Umgebung gewöhnen. Todd hatte da durchaus andere Ideen als ich und brauchte eher eine Bremse als ein Startsignal. Ich weiß nicht wer dieses gegeben hatte, ich wars nicht, aber er hatte irgendwo eins herbekommen ...

Irgendwie war ich noch gar nicht so richtig bereit, aber er legte los wie die wilde Wutz. Also Kamera gestartet und einfach mal losgeschossen. Der Pool hat nun schon wirklich eine beachtliche Größe, aber es war kaum möglich ein Spielzeug so zu platzieren, dass er es nicht auf Anhieb erwischte. Ich musste mich an die Worte meines Tischtennistrainers in meiner Jugend erinnern, der da mal sagte, dass Tischtennis die Reaktionsfähigkeit enorm steigern würde. Wäre ich doch mal weiter zum Training gegangen, dann hätte ich auch vielleicht eine Schnitte gegen den Wirbelwind gehabt. Aber das hat natürlich meinen Ehrgeitz (Achtung Wortspiel: R.Geitz) angestachelt. Mittlerweile war ich ja trainiert im Ballklauen und immer einen Ticken schneller sein als der Hund. Todd schien eine nicht mehr zu lösende Kiefersperre zu entwickeln, sobald er das Spielzeug einmal hat und flüchtet dann ab aufs Podest, um sich mit der Beute zu vergnügen. Klaute ich ihm das Spielzeug vorher, ab aufs Podest und lautes heulen. Echt -  ich hätte ihn knutschen können, so lustig wars.

Frauchen hatte nicht zuviel versprochen, Todd war nicht mehr zu bremsen, auch Sprünge bis zu 3 m - alles kein Problem. Todd spielte hervorragend mit, verwechselte dann jedoch irgendwann im Eifer des Gefechts das Unterwassergehäuse mit dem Tennisball und knallte ziemlich heftig dagegen. Nicht dass ihm das etwas ausgemacht hätte und das Gehäuse blieb auch heile, aber die Kameraeinstellungen hatten sich gleich mal um 3 ganze Blenden verschoben. Da Todd bester Laune war, bis dato super abgeliefert hatte und den Eindruck erweckte, er könnte noch so 6 - 8 h weiterspielen, ließen wir uns natürlich von solchen Kleinigkeiten nicht aufhalten. Weiter gehts, ein Bild nach dem anderen im Kasten, ich kebbelte weiter um jeden Ball mit ihm und dann macht er den Sprung schlechthin - Klick (Super) - Ich klau den Ball (Auch Super) - Beuge mich runter (Nicht mehr ganz so Super) - Todd reißt den Kopf aus dem Wasser (Dong!!!)

Einen Moment lang war ich mir nicht ganz darüber im Klaren was mich da getroffen hat, aber es hatte eine ähnliche Wirkung wie Sparring ohne Kopfschutz. Für Sekunden Sternchen, Dunkelheit, das volle Programm. Der Kopf eines Hundes lässt sich ja wunderbar streicheln, ist aber extrem wenig gepolstert. OK - 1:0 für Todd - nachdem ich meine Sehfähigkeit wieder erreicht hatte, räkelte er sich schon wieder mit Ball (den hatte ich wohl irgendwie in meinem Schwächeanfall fallen gelassen) bereits auf dem Podest. Aber so wollte ich natürlich nicht vom Feld gehen und wir haben dann noch weitergemacht, ich jedoch immer mit ein klein wenig mehr Sicherheitsabstand. Natürlich nur um die Kamera zu schützen ...

Schon während des Shootings war klar, da werden ein paar absolute Topshots bei sein. Was sich bei der anschließenden Betrachtung der Bilder am PC dann aber auftat, ließ nur einen Schluß zu: Todd muss unbedingt noch mal wiederkommen!

Also - sobald die Wunde an der Lippe wieder verheilt ist ...

Splashdogs Todd