Während des gefühlt nicht enden wollenden Winters war Zeit den neuen Aufbau das Projektes zu planen. Der Standort letztes Jahr war - sagen wir mal Suboptimal. Ein Komposthaufen von 400 m² lässt sich nun mal nicht gleichmäßig komprimieren, auch 14 Tonnen Wasser ändern an dieser Tatsache nichts. Somit neigte sich der Pool am Ende der Saison arg Richtung Hanglage, so dass schon berechtigte Sorge um die Stabilität des gesamten Hangs entstand. Also nutze alles nichts - ein komplett neues Setting musste her, beginnend mit der Frage nach dem richtigen Standort. Und auch wenn hier auf dem Grundstück nun wirklich keine Platznot herrscht, ein wirklich geeigneter Standort, der nun schon viele Bedingungen erfüllen musste, war gar nicht so einfach zu finden.

 

Aufbau2014 02Der wohl geeigneteste Standort am Eingang zum Gartenbereich, war mit etwa 6000 Stauden zugestellt, die vor 2,5 Jahren aus einem Gewächshaus weichen mussten. Wenn mir vorher jemand erzählt hätte dass eine solche Pflanze es schafft in diesem Zeitraum aus einem etwa 10 cm großem Pflanzgefäß eine 2 m lange Wurzel zu schlagen - ich hätte es nicht gegelaubt. Nun ja, viele der Stauden hatten sich aufgrund mangelnder Aufmerksamkeit den Mäusen zum Fraß vorgeworfen, etwa 1500 Pflanzen konnten gerettet werden. Die restlichen 4500 Pflanztöpfchen mussten ja nur geleert und sortiert werden ...

Aufbau2014 03Nach etwa 14 Tagen war auch das letzte Töpfchen umgedreht, das Gelände ließ jedoch durchaus noch zu wünschen übrig. Also musste erst mal schweres Gerät ran...

An dieser Stelle noch einmal vielen lieben Dank an meinen Nachbarn, der mir hier nicht nur mit Rat und Tat, sondern vor allem mit allen möglichen Gerätschaften und viel Know-How zur Seite gestanden hat und für alles nur erdenkliche das passende Werkzeug parat hatte. Als Fotograf und Pädagoge hatte ich jetzt gerade keinen Bagger / LKW / Rüttelplatte / etc. im Arbeitszimmer rumstehen.

Ohne die ganzen Gerätschaften, wäre die Baustelle wohl noch bis Ende 2015 in Arbeit ...

Aufbau2014 10Irgendwann war jedoch der Weg geebnet oder genaugenommen das Gelände mit 2% Gefälle versehen und es konnte mit dem Aushub für den Untergrund begonnen werden. Somit konnten etwa 5 m³ verdichtbares Material und 1,5 m³ Sand ins Loch geschüttet werden, immer mit der Rüttelplatte im Anschlag und dem guten Gefühl, dass dieser Pool sich auch bei einem Erdbeben der Stärke 5,2 nicht um einen Millimeter verschieben wird.

1,5 m³ Sand hörte sich jetzt gar nicht so viel an und ich habe mich dann mit der Schüppe ans Werk gemacht. Nachdem der Haufen dann von links nach rechts geschaufelt war und über die benötigten Stellen verteilt war, empfand ich ganz kurz so etwas wie Liebe zu dem Bagger, der die 5 m³ Schotter mal so ganz elegant in kürzester Zeit umgeschichtet hat.

Aufbau2014 08Nachdem die Fundamentsteine niveliert waren, konnten die Holzarbeiten beginnen und so wurde erst mal ein Stück Holz zum bearbeiten rangeschafft.

Sieht auf dem Bild gar nicht so viel aus, sind jedoch knapp 550 m Holz und somit eine ganze LKW-Pritsche voll. Ich hatte zwar zwei Zeichnungen angefertigt um die benötigte Menge zu errechnen, habe aber doch mal auf alle Größen noch mal 10 % aufgeschlagen - man(n) weiß ja nie. Und es kam wie es kommen musste ...

Natürlich habe ich im Bauprozess noch mal ein wenig umgeplant und musste bis jetzt 2 x neues Holz ranschaffen. Und bei 4,5 m pro Diele hängt das schon ein kleines Stückchen aus dem Wagen raus. Beim Einladen kam ein anderer Kunde vorbei und grinste etwas verwundert über die fast 2 m aus dem Kofferaum heraushängenden Holzstücke und murmelte nur "Jaja - mach es zu deinem Projekt"

Aufbau2014 12Aber endlich konnten die Holzarbeiten beginnen. Der Bauplan war mittlerweile in den grauen Zellen eingebrannt und es konnten die ersten Befestigungen "Einschlaghülsen" gesetzt werden. Ich weiß ja nicht wer auf diesen Namen gekommen ist - aber mit einem Schlag hat das nix zu tun. Nachdem ich mit dem Fäustel etwa 40 cm Tiefe erreicht hatte, fehlten immer noch 50 cm um das Teil ganz zu versenken, wie es eigentlich sein sollte. Wieder hatte mein Nachbar das richtige Gerät parat und ich machte Bekanntschaft mit einem Hammer der seinen Namen allen Ernstes verdient hatte.

Nachdem ich das Teil in die Hand genommen hatte, kam ich mir kurz vor wie Thor - 120 Schläge später wusste ich dass das mit dem Superhelden nichts mehr wird. Immerhin hatte ich schon 7 von 22 Hülsen versenkt - dann kam der rettende Gedanke: "Morgen ist auch noch ein Tag ..."

Vier Tage später waren die Schwellungen an meinen Händen schon fast wieder verschunden und ich konnte wieder ganz normal nach einer Kaffeetasse greifen ...

Aufbau2014 13Dank guter Vorplanung (in meinem Kopf) passte zum Glück allens gut zusammen und es gab auch kaum Verschnitt. Die obere Plattform nimmt immer mehr Gestalt an, zumindest für mich - ich weiß ja was draus werden soll. Meine Nachbarn und Freunde löcherten mich jedoch mit Fragen und es fehlte anscheinend an Vorstellungskraft.

Durch die ganzen Fragen war ich mittlerweile selber schon unsicher, folgte dem Plan (der tasächlich nur in meinem Kopf existiert) aber eisern.

Letzten Endes riss aber auch mir kurz der rote Faden und es brauchte eine Denkerpause, um das Fadenende wiederzufinden - Trotzdem könnte man sagen "Alles im Lot"

Aufbau2014 14Die 6 Jahre im Ingenieurbüro machten sich wieder mal bezahlt und die Konstruktion der oberen Decks war schon ohne Kreuzlattung deutlich stabiler wie gedacht. Ich musste schon alle Kraft aufwenden um das Gestell überhaupt noch bewegt zu bekommen. Die Hälfte an Einschlaghülsen hätte es wohl auch getan, aber ich habe mich mit dem Gedanken getröstet, dass ich im Fitnesstudio auch noch Geld für den Muskelaufbau bezahlt hätte. Und immerhin war ich ja an der frischen Luft und so ...

Nicht ganz ohne Stolz präsentierte ich die Unterkonstruktion und dachte hiermit müssten sich alle Fragen erledigt haben, erntete jedoch erneut nur fragende Blicke. Ob es nun an den etwas unmotiviert in den Himmel ragenden Vollpfosten oder der tatsächlich noch nicht nachvollziehbaren Kontruktion liegt, lässt sich leider nicht sagen ...

Am nächstem Morgen konnte ich den Faden zum Glück wieder dort wieder aufnehmen, wo ich ihn verloren hatte und es konnte weitergehen - immer noch unter den skepischen Blicken meiner Mitbewohner. Meine Motivation wurde hierdurch natürlich nur angestachelt und ich freute mich schon auf den "Aha-Effekt" wenn die Konstruktion genauere Konturen annimmt.

Aufbau2014v2 02Die Unterkonstruktion für die untere Terrasse war trotz der bereits erworbenen Holzbearbeitungskenntnisse doch noch mal eine Herausforderung, ging aber nach anfänglichen Schwierigkeiten doch zügig voran. Sogar die angepeilten 1,5 % Gefälle sind relativ genau geworden, gute Aussichten sich nicht alle Nase lang auf die selbige zu legen, da das Gefälle doch zu steil ist.

Das Deckholz auf der oberen Terrasse ist auch schon verteilt, es geht gut voran. Irgendwie wirkte die gesamte Konstruktion in dem großen Gelände jedoch etwas zierlich und so beschloss ich, die untere Terrasse etwas zu vergrößern, ich hatte ja großzügige 10% Holz mehr gekauft und bis dato kaum Verschnitt gehabt. Ja - was soll ich sagen, glaubt es oder nicht - 10% ist weniger wie man so denkt! Somit ging das Abklappern der Baumärkte los - dieses Holz ist leider erst in 65 km Entfernung noch mal zu bekommen. Super!!! Hängt ja hinten, wie schon erwähnt, nur 2 m aus dem Wagen raus. Kleiner Tipp am Rande - falls ihr mal besonderes Holz braucht, kauft lieber etwas zuviel, man weiß nie was der Baufortschritt so mit sich bingt. Und von dem Rest lässt sich auch ein schönes Lagerfeuer machen, an dem man(n) sein Bauwerk dann bewundern kann.

Aufbau2014v2 01Endlich ist es soweit, bis auf einige wenige Balken, die noch nicht genau zugeordnet werden können, fängt auch für die Betrachter an, alles einen Sinn zu ergeben. Handläufe, Technikraum und Tor werden erkennbar und es gibt die ersten anerkenndenden "Ohhhs" und "Ahhhs" von diversen Beobachtern. Und obwohl Terrsassendeckholz verlegen nun wirklich nicht die schönste aller Arbeiten ist, ging selbst das einigermßen schnell von der Hand. Leider fiel mir erst im letzten Moment ein, dass im Arbeitszimmer bereits seit 3 Wochen begehbare Bodeneinbauleuchten liegen, die alle miteinander verkabelt werden müssen. Also 2 Bretter wieder runter und schon mal die erste Akzentbeleuchtung gesetzt.

Die erste gesetzte Bambuswand rückte auch die Dimensionen wieder ins rechte Licht und lässt das Ganze fast schon in einem karibischem Flair erscheinen. Möge er gut ansetzen, sich nicht in die Breite schlagen und als Windfang einen guten Job verrichten.

 

So viel fürs erste - der Bericht wird mit Baufortschritt natürlich noch fertiggestellt ...